NATUR IM GARTEN

Wir sind „NATUR im GARTEN“-Gemeinde!

Ein erfolgreiches erstes „NATUR im GARTEN“-Jahr neigt sich dem Ende zu und groß war unsere Spannung beim zweiten steirischen Gemeindefachtag am 08. November 2021 in Ebersdorf:

Landesrat Johann Seitinger hat unser Engagement für unsere Natur bei der Grünraumbewirtschaftung mit der Auszeichnung als „NATUR im GARTEN“-Gemeinde belohnt und der Gemeinde Fernitz-Mellach die „NATUR im GARTEN“-Plakette verliehen!

Unser Dank gilt hier dem großartigen Einsatz unseres Gemeindegärtners Franz Fuchs und seines Teams, die den Umstieg auf die „NATUR im GARTEN“-Kriterien innovativ mitgetragen haben und dabei auch beim Steirischen Blumenschmuckbewerb die höchste Auszeichnung mit 5 FLORAS und PLATIN für das Schönste Blumendorf erreicht haben.

Gemeinsam mit der Plakette haben wir als Ansporn einen Amberbaum überreicht bekommen, der bereits seinen neuen Platz in der Ahornreihe auf der Nordseite des Erzherzog-Johann-Parks eingenommen hat – haben Sie ihn schon entdeckt?

Gemeinsam mit den ebenfalls heuer ausgezeichneten Gemeinden Wildon und Pöllau haben wir die Zahl der „NATUR im GARTEN“-Gemeinden auf sechs Gemeinden in der Steiermark erhöhen können und hoffen sehr, dass uns bald weitere Gemeinden folgen. Denn mit jedem Schritt, den eine Gemeinde hin zur ökologischen Grünraumbewirtschaftung setzt und dabei auch kleine oder große neue Lebensräume schafft, werden Trittbrett-Biotope geschaffen. – Trittbretter, die in unserer „ausgeräumten“ Landschaft und intensivierten Landwirtschaft dringend nötig sind und Tieren wie Insekten helfen, wieder Platz und Lebensraum zu finden.

Das kann ein Blühstreifen am Wegesrand sein, der nicht gemäht wird, das können standortgerechte Baumpflanzungen und Staudenbeete sein, mit denen Nektar und Rückzugsraum für Insekten und Tiere das ganze Jahr über geboten werden, oder bunt gemischte Hecken, die für Nahrung und Nistplätze sorgen.

All diese Trittbrett-Biotope benötigen zunächst aber die Erfüllung eines Erfordernisses: keine Pestizide und keine chemisch-synthetischen Düngemittel, damit der geschaffene Lebensraum kein feindlicher ist. Und keine Verwendung von Torf, um bereits bestehenden mehrfach wertvollen Lebensraum nicht mehr zu dezimieren.

Und ganz stark hoffen wir da auch auf Sie! Denn Ihr Garten, Ihr Balkon, Ihre Allgemeinfläche kann ein solches Trittbrett-Biotop sein und damit ein Leben schaffendes Puzzleteil werden: Haben Sie Platz für ein oder zwei Wildsträucher? Die Kornelkirsche blüht besonders früh! Oder könnte ein Teil des Rasens zur Wildblumenwiese werden? Und auch ein Balkon kann erblühen! Vielleicht ein Eck den Brennnesseln für die Schmetterlinge überlassen und über den Winter alles stehen lassen und erst im Frühjahr zur Schere greifen.

Plakette für private Gärten

Auch Sie gärtnern ökologisch? Dann holen Sie sich die „NATUR im GARTEN“-Plakette für Ihren Garten! Ihre Gemeinde unterstützt Sie dabei sehr gerne mit einer Zuzahlung von € 25,00!


Landesrat Johann Seitinger überreichte die Auszeichnung an „NATUR im GARTEN“-Beauftragte Mag. Sandra Winkler und Gemeindegärtner Franz Fuchs


© Ökoregion Kaindorf / „NATUR im GARTEN“ Steiermark


 

Schmetterlingswiese darf wachsen

Nach einem genauen Wochenplan wurden die 1.000 m² an der Sportplatzstraße im Spätsommer 2021 mehrfach gefräst, bis es dann endlich ans Setzen und Säen ging. Zunächst mussten jedoch die drei verschieden hohen Bewuchszonen genau nach Plan mit Kalk vorgezeichnet werden, bevor die 28 Gehölze und die drei verschiedenen Wildblumensamenmischungen ausgebracht werden konnten. Flaumeiche, Zwetschke, Kreuzdorn, Schlehdorn, Weißdorn, Liguster, Holzapfel, Rote Heckenkirsche, Salweide, Haselnuss, Bibernellrose, Roter Hartriegel, Himbeere und Dirndlstrauch wurden dabei in Gruppen gepflanzt.

Jetzt heißt es warten auf das kommende Frühjahr - wir sind schon sehr gespannt, wie sich unsere Wildblumenwiese in ihrem ersten Jahr präsentieren wird. Haben Sie gewusst, dass ihre Entwicklung hin zu einer richtigen Wildblumenwiese 3 bis 5 Jahre in Anspruch nehmen kann? Also brauchen wir Geduld, Geduld und nochmals Geduld!

 


 

Schafnase und Kronprinz hatten die Nase vorn!

Mehr als 80 Obstbäume wurden im Juni 2021 bei der Obstbaumaktion der Gemeinde bestellt. Ende Oktober fand die Ausgabe bei der Baumschule Hubmann in Mellach statt. Der Apfelbaum ist seit jeher der Favorit und machte mehr als die Hälfte der Bestellungen aus. Die beliebtesten Sorten waren Kronprinz Rudolf und die Steirische Schafnase, sowie der aromatische Cox's Orange. Weiters wurden Zwetschken, Birnen und Kirschen bestellt. Auch hier waren Klassiker wie die Sommerbirne Williams Christ oder die altbewährte Hauszwetschke an erster Stelle.

Im Vorfeld wurden die Obstbäume gegraben und entsprechend der Bestellungen zu Paketen gebunden. Bereits gepflanzt konnten die Bäume nun im Herbst anwurzeln und anschließend in die Winterruhe gehen. In 3 bis 4 Jahren werden je nach Sorte erste Kostproben zu erwarten sein.

Die Gemeinde und die Baumschule Hubmann wünschen allen viel Freude mit dem heimischen Obst im eigenen Garten!

 


 

Obstbaumaktion 2021

Um die Vielfalt in unseren Gärten zu fördern und die Wichtigkeit von Streuobstwiesen aufzuzeigen, hat die Gemeinde gemeinsam mit der Obstbaumschule Hubmann im heurigen Mai für Sie, liebe Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger, eine Obstbaumaktion gestartet – denn Obstbäume erfreuen nicht nur unsere Augen und unseren Gaumen, sondern sind auch besonders WERTvoll für unsere Bienen- und Insektenwelt.

Aus 20 Apfelsorten, 6 Birnensorten und 6 Zwetschken/Pflaumen/Ringlotten-Sorten, Weichsel und Kirsche wurde fleißig ausgewählt! Nun geht es bald ans Pflanzen, denn:

Herbstzeit ist Pflanzzeit 

Der Herbst ist die ideale Gelegenheit, um den Lieblings-Obstbaum zu pflanzen.

Folgend ein paar Tipps zur optimalen Vorbereitung der Pflanzung:

  • Grasnarbe abheben
  • im Durchmesser von 80 cm und einen spatentief Erde für die Pflanzgrube ausheben
  • nach unten hin Pflanzgrube etwas auflockern
  • Aushuberde mit 10 L Kompost vermischen (versorgt die Erde mit natürlichen Nährstoffen)
  • Obstbaum seicht setzen, d.h. 2 cm über der Wurzel liegt das Erdniveau
  • Wurzelhohlräume mit ausgehobener Erde gut füllen
  • Erde leicht antreten und mit 10 L Wasser eingießen (fördert den Wurzelschluss)

Ist der Herbst sehr trocken, ist es ratsam, den Obstbaum nochmals zu gießen. Ist das Frühjahr ebenfalls niederschlagsarm, sollte ebenfalls ab und zu Wasser gegeben werden.

Für die nachfolgenden Jahre sind folgende Pflegetipps wichtig:

  • Frühjahrsschnitt für den Kronenaufbau für ca. 4 Jahre (2023-2027)
  • Sommerschnitt zum Auslichten der Krone, je nach Bedarf
  • Pflege der Pflanzscheibe: im Durchmesser von 80 cm wird um dem Stamm das Gras regelmäßig gejätet (für ca. 2-3 Jahre). Im Frühjahr ist eine Düngergabe mit Kompost oder ähnlichem von Vorteil.

Achten Sie in den ersten Jahren auf ein gutes Wachstum.

Ihre Obstbaumschule Hubmann und Ihre Gemeinde Fernitz-Mellach


 

Vorbereitungen für den Schmetterlingsgarten

Die ersten Vorbereitungen für unseren Schmetterlingsgarten sind in vollem Gange:

Dreimal wurde die dafür vorgesehene Fläche in der Sportplatzstraße im Ausmaß von 1.000 m² umgefräst und dabei grobe Steine entfernt. Jetzt heißt es Warten auf die Gehölze und Wildblumensamen!


 

20 neue Gärten für Schmetterlinge!

„NATUR im GARTEN“

Die Initiative „NATUR im GARTEN“ Steiermark präsentiert gemeinsam mit dem Nachhaltigkeits-Landesrat Hans Seitinger die steirischen Gemeinde Schmetterlings-Gärten!

Einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung und Umweltschutz nehmen 20 steirische Gemeinden sehr ernst. Diese Vorbild-Gemeinden haben mit der fachkundigen Betreuung seitens „NATUR im GARTEN“ Steiermark rund 20.000 m² Schmetterlings-Gärten auf öffentlichen Grünflächen angelegt. Diese Gärten bieten einen neuen Lebensraum für stark gefährdete Insekten. Schmetterlinge zählen zu den Lebewesen, die wir nicht missen möchten und um ein Verschwinden zu verhindern, muss jetzt gehandelt werden.

„Der Erhalt der Biodiversität ist die Grundlage für den nachhaltigen Umgang mit der Natur. Neben unseren vielfältigen Bestrebungen in der Landwirtschaft fördern wir auch mit den Schmetterling-Gärten der Gemeinden die Artenvielfalt in der Steiermark. Abwechslungsreiche und naturnahe Grünräume bieten Insekten und vielen anderen Tieren wertvollen Lebensraum. Mit dieser Initiative schärfen wir das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität und schaffen zusätzlichen Lebensraum für Schmetterlinge und Insekten“, erläutert Nachhaltigkeitslandesrat Hans Seitinger.

Die Steiermark ist eines der sieben Bundesländer in denen das nationale Projekt „Schmetterlinge fördern“ umgesetzt wird. In 85 Gemeinden entstanden nun Schmetterlings-Gärten zur Förderung dieser stark gefährdeten Falter. Jede dieser Gemeinden nimmt mit einer Fläche von rund 1000m² teil und bekam von der Initiative „NATUR im GARTEN“ neben der Beratung zum Bau der Schmetterlings-Gärten auch das Saatgut und Gehölze zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird das Projekt von Bund, Land und der Europäischen Union. 

Was ist aber das Besondere an diesem Projekt und den entstehenden Schmetterlings-Gärten?

Es handelt sich dabei nicht nur um herkömmliche Blumenwiesen, sondern um drei unterschiedliche Saatgutmischungen dafür, welche auf die jeweilige Region abgestimmt sind. Durch ihre Mischung von heimischen Kräutern, Blumen und Gräsern werden sie die Flächen in Naturwiesen verwandeln.

Die Saatgutmischungen werden die Flächen von unterschiedlich hohen Bereichen möglich machen, die von maximal 40 cm bis hin zu 250 cm hoch sein werden. Diese Flächen werden unterschiedlich oft und zu verschieden Zeiten gemäht werden, sodass für Schmetterlinge und andere Insekten wichtige Strukturen entstehen können.

Zudem werden die Flächen mit heimischen Sträuchern ergänzt, die den Raupen als Kinderstube und deren Blätter als Nahrung dienen. Zu den heimischen Gehölzen zählen etwa der Schlehdorn, der für Segelfalter und Kleines Nachtpfauenauge lebenswichtig ist oder der Kreuzdorn, dessen Blätter etwa den Zitronenfalterraupen Nahrung spenden.

Der Schmetterlings-Garten wird sich die nächsten Jahre schrittweise entwickeln, die Gehölze werden größer werden und die Wiesenflächen werden ihr Gesamtbild von Jahr zu Jahr verändern. Es braucht Geduld, bis die Flächen ihre gesamte Pracht entfalten können, denn im Gegensatz zu einer gewöhnlichen einjährigen Blumenwiesenmischung aus dem Baumarkt, wurden bei den Mischungen ausschließlich heimische Arten verwendet, die erst nach Jahren ihre gesamte Schönheit entfalten werden. Doch genau diese Besonnenheit braucht es, damit diese Flächen für Schmetterlinge sowie zahlreiche andere Insekten optimalen Lebensraum bieten können und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung und dem Umweltschutz liefern. 

Zusätzlich soll durch dieses Projekt die Bevölkerung nicht nur für das Thema Schmetterlinge sensibilisiert werden, sondern aktiv aufgerufen werden, etwas gegen das Artensterben zu tun. Gärten und Grünräume können für viele Arten Schutzräume und das passende Angebot an Futterpflanzen liefern.

Schmetterlinge sind hochspezialisierte Wesen, die seit jeher durch ihre Farbenpracht das Gemüt der Menschen berühren. Neben der Optik haben Schmetterlinge aber auch im ökologischen Netz eine sehr hohe Bedeutung, die auch tief in das menschliche Dasein wirkt. Seit etwa einem Jahrhundert nehmen die Bestände dieser Wesen stetig ab und das mit zunehmender Geschwindigkeit. Für Ihre Entwicklung brauchen Falter Platz und Zeit. Deshalb sind selten gemähte oder ungemähte Stellen, blütenreiche Bereiche, Hecken so wichtig. Jeder kann dabei helfen solche Orte zur Verfügung zu stellen“, so Mag. Trummer-Fink, Europaschutzgebietsbeauftragter Land Steiermark.

Umweltschutz und Artenschutz beginnt in diesem Sinn direkt vor der Haustüre, sei es im Garten oder auf Grünräumen der Gemeinde.

Schmetterlinge- vom Ei zum wunderschönen Falter

Im Zuge dieses nationalen Projektes „Schmetterlinge fördern“, werden von „NATUR im GARTEN“ Steiermark 30 kostenlose 50-minütige Workshops zum Thema „Schmetterlinge – vom Ei bis zum wunderschönen Falter“ in Volksschulen (1. und 2. Klasse) und Kindergärten (Kinder im letzten Kindergartenjahr) abgehalten. Die Kinder sollen dabei spielerisch lernen, wie sich ein Schmetterling in verschiedenen Stadien, vom Ei über die Raupe, bis hin zum fertigen Falter entwickelt und es dafür spezielle Lebensräume benötigt. Je bunter und vielfältiger ein Garten, desto mehr Schmetterlinge können sich in Gärten entwickeln.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Margit Krobath
Geschäftsführerin
Ökoregion Kaindorf
Margit.krobath@oekoregion-kaindorf.at
0664 8373307

Andrea Radl
Projektleitung und Obfrau
„NATUR im GARTEN“ Steiermark
Andrea.radl@oekoregion-kaindorf.at
0664 4347348


© Ökoregion Kaindorf – Digitalfoto Grabner


© Ökoregion Kaindorf – Digitalfoto Grabner


© Ökoregion Kaindorf – Digitalfoto Grabner


 

Fernitz-Mellach will „NATUR im GARTEN“ Gemeinde werden

„NATUR im GARTEN“ Gemeinde zu werden, bedeutet zunächst die Einhaltung der drei Kernkriterien:

1. Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide

2. Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und

3. Verzicht auf Torf

Darüber hinaus stehen der Schutz von ökologisch wertvollen Grünraumelementen, die Umstellung der Grünraumpflege auf ökologische Wirtschaftsweisen, die Verwendung von vorwiegend standortgerechten, regionaltypischen und ökologisch wertvollen Pflanzen bei der Gestaltung öffentlicher Grünflächen und die Verstärkung von Information und Beteiligung der BürgerInnen bei der ökologischen Pflege des Grünraums auf der Agenda.

Der erste Schritt zur „NATUR im GARTEN“ Gemeinde wurde am 14. Juli 2020 mit der Erstberatung und Begehung der öffentlichen Grünflächen gesetzt (siehe Fotos).

Am 30. März 2021 hat der Gemeinderat einstimmig die Abgabe einer Beitritts- u. Verpflichtungserklärung beschlossen:

     Wir wollen „NATUR im GARTEN“ Gemeinde werden, für die

     Biodiversität mit einer ökologischen Grünraumbewirtschaftung

     aktiv tätig sein und dabei Vorbild für unsere BürgerInnen und

     GrundstückseigentümerInnen sein!

Unser Ziel ist es, mit diesen Maßnahmen zur naturnahen Gestaltung einen Mehrwert für Mensch und Natur und damit eine höhere und vor allem nachhaltige Lebensqualität zu erreichen.

Unser Wunsch dabei ist es, Sie, liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger, mit ins Boot zu holen.

Bitte unterstützen Sie uns – zum einen mit Ihrem naturnahen Garten: Gerne berichten wir über Ihren Garten bzw. Ihre Gartenprojekte zu mehr Natur, ob Biotop, Wildsträucher- oder Benjeshecke, Blumenwiese, Hummelburg oder Eidechsenmauer …

– zum anderen mit Ihren Ideen und Vorschlägen für unser aller öffentliches Grün!

Wir freuen uns auf Ihre Fotos, Gartenberichte und Ideen an: gde@fernitz-mellach.gv.at

PROJEKT

Am 30. März 2021 wurde vom Gemeinderat einstimmig der Abschluss einer Fördervereinbarung zum Projekt „Schmetterlingsgarten“ beschlossen:

     Dabei werden 1.000 m² für die nächsten 10 Jahre für den Lebens-

     zyklus der Schmetterlinge zur Verfügung gestellt. Bepflanzt wird

     die Fläche im Herbst 2021 mit 28 Gehölzen sowie einer Wild-

     blumenmischung.